Die Problematik multiresistenter Erreger
Jeder Einsatz von Antibiotika führt zur Selektion resistenter Bakterien. Zunehmend werden Extended-Spektrum-Beta-Laktamase (ESBL)-bildende E. coli nachgewiesen, die durch die Bildung von ESBL-Enzymen resistent gegenüber Penicillinen und Cephalosporinen sind. Diese ESBL-bildenden E. coli besiedeln den Darm von gesunden Menschen und Tieren und können sich so weiterverbreiten. Kommt es zu Infektionen mit diesen Erregern, sind die Therapiemöglichkeiten eingeschränkt.

Gesundheitswesen
In den letzten Jahren wurde eine starke Zunahme von ESBL-Bildnern bei E.coli-Proben aus der Humanmedizin verzeichnet. In Krankenhäusern stieg die Rate zwischen 2008 und 2014 von 6,5 auf 12,5 %. Aber auch bei Proben aus Arztpraxen stieg die Rate von 2,9 auf 7,5 %.
Mobilität
Resistenzraten unterscheiden sich weltweit stark. Je nach Reiseregion bestehen für Fernreisende verschiedene Risiken, im Ausland ESBL-bildende E.coli zu erwerben.
Am höchsten wird derzeit das Risiko für Indien und Südostasien eingeschätzt.
Lebensumfeld
ESBL-bildende E.coli werden regelmäßig im Darm von gesunden Menschen und Tieren, aber auch als Verursacher von Infektionen nachgewiesen. Der Einsatz von Penecillinen und Cephalosporinen zur Behandlung von Infektionen führt zu einer Selektion und Verbreitung von ESBL-bildenden E.coli. Auch bei der Behandlung von anderen Erregern werden die im Darm vorkommenden ESBL-bildenden E.coli selektiert..
Landwirtschaft
Auch bei Lebensmittel liefernden Tieren werden zunehmend ESBL-bildende E.coli identifiziert. 2012 waren knapp 8 % der bei Durchfallerkrankungen getesteten Isolate beim Schwein und sogar 20 % beim Kalb ESBL-Bildner. Auch auf dem Fleisch der geschlachteten Tiere und auf pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse lassen sich gelegentlich ESBL-bildende E.coli nachweisen.
Natur
Obwohl in der Natur keine Antibiotika eingesetzt werden und so kein Selektionsdruck auf resistente Bakterien entsteht, sind auch bei Wildtieren multiresistente Erreger nachweisbar. Dieses ESBL-bildenden E.coli sind mitunter sehr ähnlich zu Erregern aus Human- und Tiermedizin.
Boden
Auch im Boden sind sowohl in der direkten Umgebung von Tierfarmen, als auch in Regionen ohne direkten Bezug zu Nutztierhaltung (z.B. Wald) ESBL-bildende E.coli nachweisbar.