Beispiel Amoxicillin-Gabe bei Schweinen

Bei jeder Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten mit Antibiotika kommt es zu einer Reihe von erwünschten und unerwünschten Wirkungen. Unerwünschte Effekte findet man im Tierkörper und in der Umgebung des behandelten Tieres während gewünschte Effekte vornehmlich im Körper des erkrankten Tieres vorzufinden sind.



Unerwünschte Wirkungen in der Umgebung des behandelten Tieres


Anwender
Bereits beim Anwender kann es durch die Handhabung des Antibiotikums zu unerwünschten Wirkungen kommen. So kann beispielsweise bei der oralen Verabreichung des Antibiotikums durch Kontakt mit dem Wirkstoff (auf der Haut oder beim Einatmen der Stäube) die natürliche Mikrobiota des Anwenders (z.B. natürlicherweise auf der Haut vorkommende Bakterien) verändert werden.

Ausscheidungen
Bei der Behandlung von Tieren mit Amoxicillin wird ein Großteil des Wirkstoffs in noch wirksamer Form über den Urin aus dem Tierkörper ausgeschieden und vermischt sich so mit den Bakterien aus der Umgebung. Durch diesen Kontakt entsteht wiederum auch außerhalb des Tierköpers ein Selektionsdruck auf Bakterien und die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen wird begünstigt.

Umgebung
Über Ausscheidungen behandelter Tiere können Antibiotika beispielsweise durch Düngung auch in die Umgebung gelangen. Diese Antibiotikarückst.nde können zur Ausbildung und Selektion resistenter Bakterien in der Umwelt beitragen.



Erwünschte und unerwünschte Wirkungen im Körper des behandelten Tieres, dargestellt am Beispiel der Amoxicillin-Verabreichung


Im Tierkörper sind sowohl erwünschte als auch unerwünschte Wirkungen nachweisbar.

Erwünschte Wirkungen
Die erwünschte Wirkung bei der Nutzung von Antibiotika ist das Abtöten der Bakterien, die Infektionen bei dem jeweiligen Tier hervorrufen. Dementsprechend laufen erwünschte Effekte im Tierkörper des erkrankten Tieres ab. Die Gabe des Antibiotikums kann entweder oral (über Futter oder Wasser) oder per Injektion erfolgen. In beiden Fällen gelangt der Wirkstoff nach kurzer Zeit in den Blutkreislauf und kann so zum Zielgewebe wie beispielsweise in den Respirationstrakt bei einer Atemwegsinfektion transportiert werden. Der Amoxicillin-empfindliche Infektionserreger wird abgetötet, wenn das Antibiotikum in ausreichender Konzentration und über einen ausreichend langen Zeitraum in dem Zielgewebe vorliegt.

Unerwünschte Wirkungen
Neben dem Zielgewebe, in dem die Infektion vorliegt, erreicht der Wirkstoff über das Blut auch noch andere Regionen des Körpers, die von Natur aus mit Bakterien besiedelt sind. Dazu gehören unter anderem der Darm und die Haut. Der Wirkstoff führt auch bei diesen Bakterienpopulationen zur Selektion resistenter Bakterien, während sensible Bakterien abgetötet werden. Die resistenten Bakterien können sich ungehindert vermehren und an die Umwelt abgegeben werden. Durch den Selektionsdruck kann unter Umständen auch ein Austausch von Resistenzinformationen über horizontalen Gentransfer stattfinden.